Monday Jul 04, 2022

Die einfache Buchführung.

Das deutsche Handelsrecht beinhaltet die Grundlage für die einfache Buchführung.

In den meisten Unternehmen gewinnt die Buchhaltung keinen Preis für Beliebtheit. Dabei ist die Buchführung nicht nur steuerrechtlich extrem wichtig. Jeder eingetragene Kaufmann hat die Pflicht zur Buchführung, Elche ein Teil des Rechnungswesens. Wer kann die einfache Buchführung anwenden und wer muss zur doppelten Buchführung greifen? Wie funktioniert die einfache Buchführung und worin unterscheidet sie sich von der doppelten Buchführung? Hier folgt die Erläuterung?

Es gibt eine steuerliche Buchführungspflicht,

Jede Unternehmungsführung muss einige Regeln und Vorschriften beachten. Die Buchführungspflicht dient in der freien Marktwirtschaft zur Überprüfung, ob sich die Unternehmen an alle nötigen Gesetze halten.

Die rechtliche Grundlage:

Die Dokumentation der betrieblichen Handelsgeschäfte und des Betriebsvermögens, dienen als Nachweis dafür, dass alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten wurden. Die rechtlichen Grundlagen finden sich im Einkommenssteuergesetz, kurz EStG, im Handelsgesetzbuch, kurz HGB und ganz genau in der Abgabenordnung, kurz AO. Hier finden Sie alle rechtlichen Grundlagen, welche für Ihr Unternehmen zu beachten sind.

Im §238 Abs. 1 HGB finden sich genaue Definition zur steuerrechtlichen Buchführungspflicht. Dort kann folgendes nachgelesen werden:

Zitat:

Jeder Kaufmann ist verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen. Die Buchführung muss so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen. (§ 238 Abs. 1 HGB)

Wenn von Buchführung die Rede ist, wird in der Regel die doppelte Buchführung gemeint. Die doppelte Buchführung muss nicht von allen Unternehmen durchgeführt werden. In § 241a HGB ist zu lesen, dass Unternehmer von der Buchführung und von dem Erstellen eines Inventars befreit. Wer in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren nicht mehr als jeweils 600.000 Euro Umsatzerlöse und jeweils 60.000 Euro Jahresüberschuss aufweisen. Liegen die Zahlen darunter, erlaubt das Finanzamt eine Gewinnermittlung in vereinfachter Form, die einfache Buchführung. Mit der einfachen Buchführung hat der Unternehmer und das Finanzamt weniger Arbeit.

Die einfache Buchhaltung, wie funktioniert sie? Wann darf sie angewendet werden? Warum gibt es die Vorschrift, die betriebliche Ein- und Ausgaben zu dokumentieren?

Hinweis:

Im Rahmen der sich ausbreitenden Digitalisierung gibt es immer weniger handgeschriebene Bücher. Das Finanzamt erwartet die Unterlagen auch in digitaler Form. Trotzdem oder besonders deswegen ist es wichtig, die Grundsätze für die Aufbewahrung der Bücher und für die Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung des Bundesministeriums für Finanzen zu beachten. Dies umfasst auch die digitalen Aufzeichnungen und den Datenzugriff. Egal, ob die Firma die einfache oder die doppelte Buchführung verwendet, für beide Fälle gibt es die passende Software.

So funktioniert die einfache Buchführung?

Bei der einfachen Buchführung handelt es sich um das Minimum der kaufmännischen Buchführung. § 242 HGB gehört zur doppelten Buchführung die Bilanzrechnung und die Gewinn- und Verlustrechnung. Bei der einfachen Buchführung genügt die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) nach § 4 Abs. 3 EStG zur Ermittlung des Gewinns. Bei der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Einnahmen und die Ausgaben gegenüber gestellt und am Schluss miteinander verrechnet.

Er reicht bei der vereinfachten Buchführung aus, die betrieblichen Einnahmen und die betrieblichen Ausgaben in einer Liste zu erfassen und daraus den Gewinn zu ermitteln, wie in folgendem Beispiel:

Einnahmen:

90.000,- umsatzsteuerpflichtige Einnahmen

9.000,- umsatzsteuerfreie Einnahmen

15,000,- vereinnahmte Umsatzsteuer

→ 114.000,- betriebliche Einnahmen

 

Ausgaben:

12.000,- Rohstoffe, Waren

8.000,- Löhne

1,000,- Telefon und Internet

3.000,- Werbung

13.000,- gezahlte Umsatzsteuer

→ 37.000,- betriebliche Ausgaben

 

→ 77.000,- Einnahmen minus Ausgaben

Es werden nur die Beträge erfasst, die tatsächlich fliesen. Nicht bereits die Rechnungen, wie bei der doppelten Buchführung. Auch Punkte wie die Rückstellungen oder Bestandsveränderungen gibt es bei der einfachen Buchführung nicht, denn es gilt das Zu- und Abflussprinzip.

Die einfache Buchführung:

– ein Jahresumsatz kleiner oder gleich 60.000,-

– der Gewinn wird mit der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR)

– es gilt das Zu- und Abflussprinzip

– eine Inventur entfällt

– die Erstellung ist schneller und leichter

Freiberufler, wie Architekten, Ärzte, Hebammen, Heilpraktiker, Rechtsanwälte oder Steuerberater und einige andere Berufe gilt die Ausnahmeregelung nach § 18 Abs. 1 EStG. Hier entfällt die Umsatz- und Gewinnermittlung.

admin

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